Der Moorreichtum der norddeutschen Bundesländer ist auch im kleinsten Nationalpark der Bundesrepublik vorhanden: auf den 3.003 Hektar des Nationalparks Jasmund befinden sich etwa 100 Moore mit einer Gesamtfläche von 168 Hektar.

Hierbei handelt es sich um kleinteilige Quell-, Durchströmungs-, Kessel- und Versumpfungsmoore. Die Wiedervernässung dieser Flächen, auf denen Maschinen nicht arbeiten können, gelingt durch aufwendige Arbeitseinsätze von Freiwilligen.

Moore sind die größten und effektivsten Kohlenstoffspeicher auf der Erde: Sie speichern doppelt so viel Kohlenstoff in ihren Torfen wie in den Wäldern weltweit enthalten ist. Ermöglicht durch die Sponsoren, werden diese Kohlenstoffspeicher erhalten. Und die Buchenwälder und Biodiversität profitieren ebenfalls: durch die Ökosystemleistungen der Moore bleibt das Wasser im Wald und steht den Pflanzen und Tieren dort zur Verfügung.

Schon gewusst?
Rund 12 % der Landesfläche in Mecklenburg-Vorpommern sind von Mooren bedeckt. Das ist ungefähr so viel wie dreimal die Fläche von Berlin!

Warum ist die Wiedervernässung der Kleinstmoore im Jasmund wichtig?
Nasse Moore setzen kaum noch CO₂ frei. Die vielen kleinen Moore im Jasmund reihen sich wie Perlen in der Landschaft aneinander. Jedes Moor ist ein wichtiger Lebensraum für seltene Arten, die nur in Mooren vorkommen.

Ziel des Projekts ist die Anhebung des mittleren Wasserstands im Sommer auf 0,2 bis 0,35 m unter Geländeoberkante, um die Moorstruktur langfristig zu stabilisieren. Dadurch sollen die jährlichen CO₂-Emissionen von derzeit 1.889 t CO₂-Äq. auf etwa 1.343 t CO₂-Äq. reduziert werden, was einer jährlichen Emissionsminderung von rund 550 t CO₂-Äq. und insgesamt ca. 8.800 t CO₂-Äq. über die Projektlaufzeit von 16 Jahren entspricht. Die Maßnahmen fördern zudem die Entwicklung einer angepassten Vegetation und sichern eine moorschonende, landwirtschaftliche Nutzung.

Langfristig wird eine mögliche Renaturierung des gesamten Talraumes geprüft, inklusive der Rückführung der alten Flussmäander, um den natürlichen Wasserhaushalt weiter zu stabilisieren.

Trotz Rückbau der Entwässerungseinrichtung wird aufgrund der irreparablen Schädigung des Torfkörpers beim Projektstart davon ausgegangen, dass eine großer Teil der Moorfläche nicht wiedervernässt werden kann.

Ziel des Projektes und des Nationalparks ist es, sämtliche Moore im Nationalpark zu renaturieren. Es sind bereits rund 75 Prozent der Flächen in einem intakten Zustand. In den Jahren 2022 und 2023 sollen die verbliebenen Moore wiedervernässt werden. In diesem Sommer beginnt der Nationalpark mit der Umsetzung von sechs kleinteiligen Flächen.

Die Kesselmoore im Nationalpark Jasmund sind während der letzten Eiszeit durch Stauchbewegungen des Gletschers auf der Kreidescholle, die den Untergrund der Halbinsel Jasmund bildet, entstanden. Dabei bildeten sich Höhenzüge und abflusslose Senken heraus. Da Kreide grundsätzlich wasserstauend ist, kann der Niederschlag nicht versickern und sammelt sich in den Senken. Im Laufe der Zeit sind viele der in den Senken entstandenen Seen verlandet und es haben sich Moore ausgebildet.

Im Zuge der Urbanisierung wurden die Moore in der Vergangenheit auch im Bereich des heutigen Nationalparks Jasmund entwässert. Dies erfolgte durch die Schaffung zahlreicher Meliorationsgräben auf den Moorflächen. Zudem wurden die Moore miteinander verbunden, um das Wasser großräumig aus dem Gebiet abzuführen. Verbunden war diese Entwässerung mit dem Verlust an moortypischen Arten und der verstärkten Freisetzung klimarelevanter Gase durch die einsetzende Torfmineralisation.

Größeca. 1 – 5 Hektar
CO2 Minderungca. 15 – 35 Tonnen
BiodiversitätJa
RegionVorpommern-Rügen
UmsetzungAb August 2022
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