Kulturlandschaften schützen
Allein über 60 Apfelsorten sind für Obstbaumpflanzungen in Mecklenburg-Vorpommern zu empfehlen. Hinzu kommen viele Sorten von Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen oder Quitten… Streuobst ist sehr vielfältig. Und eine alte Streuobstwiese kann eine Schatzkammer der biologischen Vielfalt sein. So bietet sie unter anderem Lebensräume für Vögel, Insekten und Pflanzenarten. Für ihren Erhalt ist eine sachkundige Pflege unendlich wichtig. Streuobstgenussscheine sind Biodiversitätszertifikat und Umweltbildungsprojekt zugleich.
Unser Konzept
Einmalige Orte der Artenvielfalt
In Mitteleuropa zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Sie prägen das heimische Landschaftsbild und haben positive Auswirkungen auf die Naturgüter: Boden und Wasser, Klima und Luft und natürlich auch auf uns Menschen.
Der Artenreichtum ist durch die besondere Kombination von Grünland und offenen Gehölzen bedingt. Offenlandbewohner und eher waldliebende Tiere und Pflanzen, sowie Arten mit unterschiedlichen Feuchtigkeits- und Temperaturansprüchen nutzen Streuobstwiesen als dauerhaften Lebensraum, leben hier zeitwiese, oder durchwandern diese. Schmetterlinge, Bienen und Hummeln, Mäusen, Hasen und Rehen, ja sogar Siebenschläfern dient die Streuobstwiese als Lebensraum und Nahrungsquelle.
Mit dem Ökowertpapier Streuobstgenussschein können sich alle, Privatpersonen oder Unternehmen, stark für die Leistungen des Ökosystems und für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität machen!
Unsere Vision und Mission
Alternde Bestände brauchen Pflege und Verjüngung
Ohne fachgerechte Pflege werden die Streuobstbestände in Mecklenburg-Vorpommern voraussichtlich in den nächsten 20 bis 30 Jahren verschwinden. Viele der bestehenden Streuobstwiesen sind durch fehlenden Baumschnitt vielerorts „vergreist“. Manche Bäume haben schwere Schäden am Stamm, verursacht durch die Wiesenpflege oder durch Wildfraß oder Beweidung. Das kann zum Absterben des Baumes führen. Dabei kann jeder lernen seine Bäume zu pflegen und vital zu halten.
Über Jahrzehnte gewachsenen Obstbäume auf Streuobstwiesen sind ein fester Teil der Landschaft und Lebensraum vieler Organismen. Die ökologische Bedeutung einer Streuobstwiese steigt sogar mit zunehmendem Alter der Bäume, da immer mehr Arten der Tier- und Pflanzenwelt in und auf ihr Einzug halten. Aus ökologischer Perspektive sind auch ein paar umgefallene Bäume ein durchaus begrüßenswertes Ereignis – die langsame Zersetzung der Gehölze steigert die Artenvielfalt vor Ort dann nochmals enorm.
Projekte in Mecklenburg-Vorpommern unterstützen
Der Erhalt vorhandener Streuobstbeständen ist für uns besonders wichtig.
Mit behutsamen Pflegeschnitten werden alten Bäumen erhalten und junge gefördert. Die Pflege wird zu Beginn des Projektes durch unsere akkreditierten Fachpfleger für Obstbaumpflege durchgeführt. Schrittweise und unter fachkundiger Anleitung erfolgt dann der Wissenstransfer in Sachen Baumschnitt und Baumpflege an unsere Projektträger.
Außerdem werden auf den Streuobstwiesen auch Jungbäume nachgepflanzt, um den Ort als Kulturlandschaft langfristig zu erhalten. Nach der Pflanzung finanzieren wir über durch Streuobstgenussschein auch die Pflanz- und Erziehungsschnittmaßnahmen vor Ort.
Diese langfristige, auf 10 Jahre ausgerichtete Unterstützung ermöglicht die dauerhafte Entwicklung von Streuobstbeständen und macht den Streuobstgenussschein zu einem einzigartigen Finanzierungs- und Unterstützungsinstrument.
Klimawälder im Überblick
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Werkstattschule Rostock
Werkstattschule Rostock
Im Projekt „Fairventure“ pflanzen und pflegen Schüler*innen der 5. und 6. Klasse auf 3.500 Quadratmetern Obstbäume. In Verbindung mit einem Bienenwagen entsteht so ein nachhaltiger Lern- und Lebensraum für Artenvielfalt und Umweltbildung. -
Zubzowein – Streuobst erleben
Zubzowein – Streuobst erleben
In Zubzow entsteht eine Streuobstwiese als Teil einer ökologisch bewirtschafteten Gemüsegärtnerei. Das Projekt verbindet nachhaltige Landwirtschaft, Tierhaltung und Umweltbildung und fördert Wissen rund um Streuobst und Biodiversität. -
Streuobstwiese Dersentin
Streuobstwiese Dersentin
In Dersentin wird das historische Gutshausgelände durch die Neupflanzung alter Obstsorten ergänzt. Das Projekt verbindet Denkmalpflege, kulturelles Engagement und den Aufbau einer Streuobstwiese, die den Selbstversorgergarten künftig bereichert. -
Streuobstwiese Nienhagen – NUN e.V.
Streuobstwiese Nienhagen – NUN e.V.
In Nienhagen entstehen aus einer Bürgerinitiative heraus neue Streuobstwiesen, die schrittweise das Ortsbild prägen. Das Projekt verbindet Baumpflanzung, Umweltbildung und gemeinschaftliches Engagement und sensibilisiert Einheimische wie Gäste für Biodiversität und nachhaltige Nutzung. -
Gutshaus Stellshagen
Gutshaus Stellshagen
Rund um das Gutshaus Stellshagen werden historische Streuobstwiesen revitalisiert und gezielt ergänzt. Das Projekt verbindet den Erhalt alter Obstsorten mit fachgerechter Pflege und regionaler Nutzung im Rahmen eines langfristigen Sortenschutzkonzepts. -
Schlossgärtnerei Wiligrad
Schlossgärtnerei Wiligrad
In der Schlossgärtnerei Wiligrad wird eine historische Streuobstwiese durch Neupflanzungen und Pflegemaßnahmen revitalisiert. Das Projekt verbindet Kulturgeschichte, Umweltbildung und nachhaltiges Verbraucherverhalten für Besucherinnen, Besucher und Schulklassen. -
Mosterei Kneese
Mosterei Kneese
Im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee wird eine Streuobstwiese erhalten und durch regionale, historische Obstsorten erweitert. Das Projekt verbindet Sortenvielfalt, Kulturlandschaftsschutz und Wissenstransfer zur biologischen Vielfalt von Streuobstwiesen. -
Obstarche Reddelich
Obstarche Reddelich
Die Obstarche Reddelich bewahrt eine außergewöhnliche Vielfalt alter Obstsorten und legt Streuobstwiesen für kommende Generationen an. Das Projekt verbindet Biodiversität, Trinkwasserschutz und den Erhalt wertvoller genetischer Ressourcen. -
Jugendwaldheim Steinmühle
Jugendwaldheim Steinmühle
Im Jugendwaldheim Steinmühle wird eine Streuobstwiese neu angelegt, gepflegt und durch die Revitalisierung alter Bäume ergänzt. Als zertifiziertes Bildungszentrum für Nachhaltigkeit verbindet das Projekt Naturschutz, Landnutzung und Umweltbildung für Kinder und Jugendliche. -
LPV Sternberger Endmoränengebiet
LPV Sternberger Endmoränengebiet
Im Naturpark Sternberger Seenland entsteht eine Streuobstwiese mit historischen Obstsorten, die Umweltbildung, Artenvielfalt und regionale Zusammenarbeit verbindet. Ergänzt durch schonende Schafbeweidung und Kooperationen im Bereich Bienen- und Insektenschutz wird ein wertvoller Lebensraum langfristig erhalten. -
Blühender Kirchacker Graia
Blühender Kirchacker Graia
Der Blühende Kirchacker Graia verbindet Streuobst, Imkerei und Umweltbildung. Die Streuobstwiese dient als Bienenweide und Lernort, an dem Kinder und Jugendliche Wissen über Insekten, alte Obstsorten und essbare Kräuter erwerben und aktiv an der Pflege der Bäume mitwirken. -
Dorfgemeinschaft Klein Hundorf
Dorfgemeinschaft Klein Hundorf
In Klein Hundorf werden alte Obstbaumbestände gepflegt und gezielt ergänzt, um wertvolle Streuobstwiesen langfristig zu erhalten. Das Projekt stärkt die Dorfgemeinschaft, fördert Biodiversität und unterstützt regionale Wertschöpfung durch gemeinschaftliche Saftproduktion.
Obstvielfalt erhalten und Biodiversiät fördern!
Hintergrund
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Hauptleistungen
Streuobstwiesen bieten einen vielfältigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die verschiedenen Obstbaumarten, Sträucher und krautige Pflanzen in den Streuobstwiesen schaffen eine abwechslungsreiche Vegetation mit verschiedenen Höhenstufen und Mikrohabitaten. Die Obstbäume locken Bestäuber an, während die reifen Früchte Nahrung für verschiedene Tierarten sind. Die alten Bäume und die umgebenden Wiesen dienen als Unterschlupf und Nistplatz. Damit tragen sie zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.
Streuobstwiesen gelten als Arche Noah für die Bewahrung alter Obstsorten – mehr als 1.200 Apfel-, 1.000 Birnen- und 320 Zwetschgensorten sind noch bekannt. Um diese zu erhalten ist es wichtig alte Baumbestände vital zu erhalten und zu pflegen und alte Obstsorten nachzupflanzen.
Co-Benefits
Die Obstbäume binden CO2 in ihrer Biomasse und im Boden und tragen somit zur Reduzierung von Treibhausgasen bei. Damit haben Streuobstwiesen eine Senkenfunktion im Klimaschutz.
Streuobstwiesen wirken sich positiv auf das Kleinklima aus, indem sie durch ihren Grünflächencharakter die Taubildung fördern und die Temperatur in ihrem Umfeld ausgleichen.
Über Jahrhunderte hinweg bestimmten Streuobstbestände Aussehen und Entwicklung vieler ländlicher Bauerngärten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern. Streuobstwiesen dienten zur Selbstversorgung und zur Heugewinnung und Weide für Nutztiere.
Heute bieten Streuobstbestände die Möglichkeit einer ganzheitlichen Bewirtschaftung und in Folge eine Nutzung ökologisch produzierter Früchte. Streuobstgenussscheine fördern Projekte der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung die Streuobstwiesen erlebbar machen.
Streuobstwiesen bieten einen wichtigen Lebensraum für Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Die blühenden Obstbäume liefern eine reichhaltige Nahrungsquelle in Form von Nektar und Pollen aber auch das Fallobst versorgt zahlreiche Insekten. Bestäuber sind essentiell für die Bestäubung von Pflanzen, einschließlich landwirtschaftlicher Kulturen, und tragen zur Fruchtbildung bei.
| Gefördert wird: | Neuanlange und Pflege von Streuobstbeständen |
| Haupt- Ökosystemleistung: | Bestäubung und kulturelle Leistung |
| Biodiversität: | Ja |
| Standard: | Streuobstgenussschein |
| Stückpreis: | 10 Euro |
Unvorstellbare Werte?
Eine Verschlechterung der Ökosystemleistungen und der Verlust der Biodiversität führen zu enormen Klimaschäden und Folgekosten. Das Umweltbundesamt schätzt die Schäden, die durch 1 t CO 2 verursacht werden, auf rund 201 € im Jahr 2021. Jeder Mensch verursacht in Deutschland im Jahr 2022 durchschnittlich 11 t CO 2 .
Der Pomologen Verein stellt fachliche Informationen bereit. Zur Seite des Pomologen Vereins
Sortenempfehlungen für Mecklenburg-Vorpommern und eine Möglichkeit zum fachlichen Austausch zum Thema Streuobst bietet das Streuobstnetzwerk MV. Zur Seite des Streuobstnetzwerks MV
Biodiversität, also die biologische Vielfalt, ist für die Ökosysteme auf der Erde besonders wichtig. Die vielfältigen Beziehungen der Tiere und Pflanzen in den Lebensgemeinschaften führen dazu, dass unsere Umwelt so stabil funktioniert, wie wir sie kennen.
Wenn über Biodiversität gesprochen wird beinhaltet dieses unterschiedliche Ebenen der biologischen Vielfalt:
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- Die Vielfalt der Arten sagt etwas über die Anzahl und Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten aus. Die Zusammensetzung der Arten ist für jeden Lebensraum anders. Der Erhalt der Arten ist ein wichtiges Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie 2030.
- Die genetische Vielfalt beschreibt die Unterschiedlichkeit einer bestimmten Art. Sie ermöglicht es Arten, sich an wechselhafte oder neue Umwelteinflüsse zupassen und neue Lebensräume zu besiedeln. Verschiedene Apfelsorten spiegeln daher die genetische Vielfalt wieder.
- Die Vielfalt der Lebensräume ist ebenso bedeutsam. In unterschiedlichen Lebensräumen mit verschiedenen Lebensbedingungen leben unterschiedlich angepasste Arten. Für den Erhalt der Arten ist der Erhalt des jeweiligen Lebensraumes wichtig.
Ihre Vorteile
Wir sind in Mecklenburg-Vorpommern.
Wir planen und setzen die Projekte mit Partnern von vor Ort um. Regionale Experten beurteilen die Eignung der Projekte-Skizzen.
Viele Projekte sind so gelegen, dass sie besucht werden können. Gemeinsam mit Partnern vor Ort informieren wir über den Projektverlauf und über Öffentlichkeitsaktionen
Zusätzlich zum zukünftigen Obst und dessen Verwertung verbessern Streuobstwiesen die biologische Vielfalt vor Ort und in der Region
Wir sichern die Projekte mit einer Vertragslaufzeit von min. 10 Jahren. Streuobstwiesen unterliegen dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Das heißt, sie dürfen nicht ohne Ausgleich entfernt werden.
Jeder Genussschein hat eine individuelle Kennnummer, ein Doppelverkauf ist ausgeschlossen. Alle verkauften Genussscheine werden in einem Register geführt.
Positive Einflüsse auf Wasserqualität, Verbesserung des Mikroklimas, Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen sowie Bestäuber wie Bienen und Insekten sind nachweisbar.
In den Bereichen Produktveredelung und -vermarktung, bei der Profilierung touristischer Anbieter und außerschulischer Bildungsstandorte sowie bei der Verbindung von Natur- und Insektenschutz mit vielfältigen BNE-Angebote sind positive Effekte durch den Streuobstgenussschein zu erwarten bzw. zu unterstützen.
Erst der Verkauf der Streuobstgenussscheine ermöglicht die Anlage bzw. dauerhafte Pflege der Streuobstwiesen. Eine Finanzierung gesetzlich vorgeschriebener Anlagen, etwa im Bereich von Ausgleichsmaßnahmen, ist ausgeschlossen.
Die Bewirtschaftung von Streuobstbeständen ist im Vergleich zum konservativen Plantagenanbau nicht wirtschaftlich. Die Unterstützung des Streuobstgenussscheins ist daher zusätlich notwendig für die Umsetzung der Projekte. Streuobstgenussschein-Projekt sind nie gleichzeitig ein Ökokonto.
Die fachliche Qualität der Projekte ist entscheidend für unsere Ziele. Ein fachlicher Beirat beurteilt die Projektanträge und den Projektverlauf und stellt so die Qualität sicher.
Flächeneigentümer, Landwirte und Ökosystempfleger sind die wichtigsten Partner. Die Flächen sollen in Ihrem Eigentum bleiben! Als Projektträger können Sie aktiv mitgestalten.
Wir schließen negative Entwicklungen sozialer oder ökonomischer Art aus. Wir haben das Ziel in der Region Mehrwerte zu generieren.
Wir geben zeitnah Auskunft über die aktuellen SOS-Förderprojekte, unsere Strukturen und Unterstützer. Alle Projektstandorte sind in einer Solidargemeinschaft vernetzte Umsetzer der Idee des Streuobstgenussscheins.
Für die Aufwertung und Pflege von Streuobstbeständen existiert keine Förderprogramme in Mecklenburg-Vorpommern.